Erst ging es um die Maschine, dann kam der Kaffee: Ursprünglich hatte Marius Geiselhart ein Faible für alte Kaffeemaschinen und deren Restauration. Doch dann kamen die Bohnen ins Spiel. Nach einer Barista-Schulung in Wien, die er gemeinsam mit seiner Frau Chantal besuchte, packte ihn die Neugier und der Neu-Ulmer begann seine eigenen Bohnen zu rösten. Erstmal Zuhause – was sich schnell als umständlich herausstellte. Der 30-Jährige suchte nach einer anderen Lösung und fand sie mitten im Zentrum Neu-Ulms.
Die alte Schmiede in der Herrmann-Köhl-Straße wurde zum neuen Zuhause der Neu-Ulmer Kaffeekultur. Um die Geschichte der Werkstatt mit zugehörigem Ladenlokal lebendig zu halten, finden sich Begriffe aus dem Schmiedehandwerk in der Namensgebung der eigens gerösteten Kaffees wieder: Sie heißen Amboss, Kupfer, Esse, Messing oder Hammer.
Auch wenn Kaffee importiert werden muss, ist Marius Geiselhart die Regionalität in seinem Handwerk sehr wichtig. So wird zum Beispiel auf die lokale Herkunft der Milch geachtet, mit Partnern aus der Umgebung zusammengearbeitet und die Region dadurch gestärkt. Nachbarschaft bedeutet für Marius Geiselhart vor allem Zusammenhalt. Egal ob Ulm oder Neu-Ulm: Man unterstützt sich in der Region, schaut aufeinander und ist gegenseitig füreinander da – auch wenn es einmal klemmt.