Mit Rückenwind ins Fusionsjahr: VR-Bank wächst und stärkt ihre Eigenkapitalbasis

Weißenhorn, 25. März 2015

Die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn blickt zufrieden auf das abge­laufene Geschäftsjahr zurück, „wenngleich uns bewusst ist, dass Mut und Wille zur Veränderung notwendig sind, um auch in Zukunft erfolg­reich sein zu können“, erklärten die beiden Vorstände Alois Spiegler und Dr. Wolfgang Seel heute Nachmittag im Rahmen des Bilanzpressegesprächs im KundenFinanzCenter in Weißenhorn. Der bevorstehende Zusammenschluss mit der Volksbank Neu-Ulm stellt dabei nur ein Bau­stein dar, wie Vorstandssprecher Alois Spiegler deutlich macht: „Auch wir als regionale Genossenschaftsbank müssen uns den wechselnden Bedingungen – aber vor allem den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Kunden – stetig anpassen. Hier haben die digitalen Medien, das veränderte Kommunikationsverhalten und auch gänzlich neue Geschäftsmodelle große Auswirkungen auf die Finanzwelt.“

 

Solides Gesamtergebnis

In seiner Begrüßung zum Bilanzpressegespräch bewertete Alois Spiegler das Jahr 2014 als „insgesamt sehr turbulent“. Neben den internationalen Konflikten haben vor allem die europäische Staatsschuldenkrise und die damit einhergehenden geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) die wirtschaftliche Entwicklung und die Finanzmärkte beeinflusst. „Unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen können wir daher mit dem Ergebnis noch zufrieden sein“, erklärte Vorstand Dr. Wolfgang Seel. Sowohl die bilanziellen Größen als auch die Erfolgsrechnung nahmen dabei eine positive Entwicklung. Mit einem Anstieg der Bilanzsumme um 4,1 Prozent auf knapp 891 Millionen Euro blieb die VR-Bank auf Wachstumskurs. Das Gesamtbetriebsergebnis lag mit 10,1 Millionen Euro weiterhin auf hohem Niveau – und mit 1,15 Prozent in Relation zur durch­schnittlichen Bilanzsumme (dBS) über dem Verbandsdurchschnitt der Genossenschaftsbanken in Bayern (1,12 Prozent). Der Jahresüberschuss (Ergebnis nach Bewertung und Steuern) ist um 2,5 Prozent auf 2,1 Millionen Euro gestiegen. „Dadurch können wir unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken und unseren Mitgliedern eine attraktive Dividende in Höhe von 5,5 Prozent ausschütten“, berichtete Alois Spiegler.

 

Kredit- und Einlagengeschäft wächst

Die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn blieb auch im vergangenen Geschäftsjahr ein gefragter Finanzierungspartner – sowohl für Privatkunden als auch für die mittelständischen Unternehmen. So konnte der Bestand an Kunden­ausleihungen um insgesamt 4,8 Prozent auf über 658 Millionen Euro gestei­gert werden. Das Kreditwachstum ist zum einen auf die anhaltend starke Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen, deren Anzahl in 2014 bei 775 Finanzierungen lag, zurückzuführen. Zum anderen hat die VR-Bank auch im vergangenen Jahr maßgeblich zur Finanzierung der mittelständischen Wirt­schaft in der Region beigetragen. „Allerdings drängen gerade Privatbanken mit Macht in den Markt und machen diesen mit teilweise ruinösen Konditionen regelrecht kaputt. Und das, nachdem sie den Mittelstand lange links liegen haben lassen“ zeigte sich Alois Spiegler über die aktuelle Ent­wicklung besorgt.

In 2014 begleitete die VR-Bank insgesamt 11 Existenzgründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und stellte für 140 Maßnahmen mit ökologischem Nutzen rund 11 Millionen Euro an Krediten zur Verfügung. Das Volumen an vermittelten Förderkrediten lag bei über 14 Millionen Euro.

„Im Einlagengeschäft zeigt derweil die dauerhaft niedrige Zinslage Wirkung. Zum Teil erkennen wir eine verstärkte Investitions- beziehungsweise Tilgungsbereitschaft bei unseren Kunden, aber auch der Trend hin zu Sachwerten ist ungebrochen“, wie Dr. Wolfgang Seel betonte. Dennoch konnte die VR-Bank die Kundeneinlagen um 1,2 Prozent auf rund 681 Millionen Euro steigern.

 

Positive Ertragslage stärkt Eigenkapital

Dem Rückgang des Zinsüberschusses um 6,2 Prozent auf rund 21,5 Millionen Euro steht ein starkes Wachstum beim Provisionsüberschuss um 18,7 Prozent auf knapp 6 Millionen Euro gegenüber. Alois Spiegler führte dabei an, dass insbesondere die erfreuliche Entwicklung im Wertpapiergeschäft nicht zuletzt auf die hohe Qualität der ganzheitlichen, genossenschaft­lichen Beratung zurückzuführen sei: „Das Ergebnis zeigt: unsere Kunden sind zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Märkten investiert.“ Gleichzeitig wurde der Verwaltungsaufwand durch effizientere Prozesse und Ressourcen­ein­sparungen um 1,5 Prozent auf unter 16,9 Millionen gesenkt. Das Verhältnis zwischen dem entstandenen Verwaltungsaufwand und dem erzielten Ertrag, das als Cost-Income-Ratio bezeichnet wird, betrug 63,27 Prozent.

Mit einem erwirtschafteten Eigenkapital in Höhe von 10,33 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gehört die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn zu den eigenkapitalstärksten Kreditinstituten in der Region und liegt damit deutlich vor dem bayernweiten Durchschnitt der Genossenschaftsbanken von 9,05 Prozent. „Da wir schon seit Jahren besonderen Wert darauf legen, notwendige Reserven zu bilden, blicken wir sehr zuversichtlich auf die steigenden Basel-III-Anforderungen“, verwies Dr. Wolfgang Seel auf die vorausschauende Geschäftspolitik.

 

Den Mitgliedern und der Region verpflichtet

Das „Geschäftsmodell“ der Genossenschaftsbanken, das sich durch die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und die Partnerschaftlichkeit auszeichnet, ist für die Menschen heute in gleichem Maße wichtig wie vor 150 Jahren. Das unterstreicht auch der Mitgliederzuwachs (+ 1,5 Prozent) bei der VR-Bank, die zum 31.12.2014 insgesamt 18.422 Mitglieder zählte. „Wir sehen die Förderung unserer Mitglieder – in allen finanziellen Angelegenheiten, aber auch in ihrem gesellschaftlichen Wirken – nach wie vor als unseren zentralen Auftrag“, erklärte Alois Spiegler mit Blick auf das Spendenvolumen in Höhe von rund 86.000 Euro, das im vergangenen Jahr für gemeinnützige Projekte in der Region ausgeschüttet wurde. Die Menschen in der Region profitieren aber auch indirekt vom Erfolg der VR-Bank: So wurden in 2014 rund 2,6 Millionen Euro an Steuern abgeführt, davon allein über 1,2 Millionen an Gewerbesteuern, die wieder den Städten und Gemeinden im Geschäftsgebiet zufließen.

 

Am Puls der Zeit

Die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn bleibt auch in Zukunft den genossenschaftlichen Werten verbunden, dennoch erfordern die sich stetig verändernden Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden auch neue, innovative Lösungen, wie Alois Spiegler im Rahmen des Bilanzpressegespräch hervorhebt: „Der digitale Wandel ist aktuell eine der größten unternehmerischen Herausforderungen – gerade für uns als Finanzinstitut. Auch als regionale Bank vor Ort müssen wir nah ‚am Puls der Zeit‘ bleiben, um weiter am Markt bestehen zu können.“ Denn immer mehr Kunden wählen inzwischen verschiedene neue, digitale Wege, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Neben der Webseite, über die bereits als „Online-Geschäftsstelle“ ein großes Spektrum an Services und Dienstleistungen angeboten wird, sind hier vor allem das Online-Banking, die Online-Wertpapier-Anwendung „VR-ProfiBroker“ sowie das Mobile-Banking und -Trading über Smartphone mit der „VR-Banking App“ zu nennen.

 

Mitarbeiter ausbilden und fördern

„Mit den neuen, vielfältigen Herausforderungen wachsen selbstverständlich auch die fachlichen sowie methodischen Anforderungen an unsere Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte Dr. Wolfgang Seel. In diesem Zusammenhang lege die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn besonderen Wert darauf, ihre Fach- und Führungskräfte selbst auszubilden, wie Seel betonte. Die Mitarbeiterzahl blieb mit 230 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2014) nahezu konstant. Mit insgesamt 19 Nachwuchskräften, die in 2014 ihren Beruf er­lernten, zählt die VR-Bank weiterhin zu den stärksten Ausbildungsunter­nehmen im Landkreis Neu-Ulm.

 

Weiter auf Fusionskurs

Den geplanten Zusammenschluss zwischen der VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn und der Volksbank Neu-Ulm sehen beide Vorstände auf einem guten Weg. Seit Bekanntgabe der Fusionspläne im November vergangenen Jahres wurden viele Projekte gemeinsam angegangen und Struktur­fragen in einem guten Einvernehmen gelöst. Im Rahmen der Dialogveranstaltungen mit den Vertretern habe sich gezeigt, dass es sowohl in Neu-Ulm als auch in Weißenhorn einen großen Konsens zum Thema Fusion gibt, sagte Dr. Wolfgang Seel. „In den vergangenen Monaten haben wir mehr und mehr erkannt, wie gut wir zueinander passen. Die Möglichkeit, den größten Teil des Landkreises mit einer starken Bank bedienen zu können, schweißt sowohl die Mitarbeiter wie auch die Mit­glieder und Kunden zusammen.“

Der Entscheidung durch die Vertreterversammlungen am 19. Mai in Neu-Ulm und am 20. Mai in Weißenhorn will der Vorstand aber in keiner Weise vorgreifen. „Die demokratische Struktur der Genossenschaftsbanken ist ein Alleinstellungsmerkmal, das uns seit knapp 150 Jahren von allen anderen Kreditinstituten unterscheidet. Wir werden das Votum der Mitglieder beziehungsweise der Mitgliedervertreter akzeptieren – egal wie es aus­fällt“, führte Vorstandssprecher Alois Spiegler weiter aus.

Mit Blick auf die Synergieeffekte und den stärkeren Marktauftritt, die noch bessere Ausrichtung an den Kundenwünschen und den Erhalt flächendeckender Beratungsangebote sind die Vorstände beider Banken weiterhin von der Sinnhaftigkeit der Fusion überzeugt. „Selten haben zwei Institute so gut zusammengepasst wie wir“, erklärten Spiegler und Seel unisono. „Daher hoffen wir, dass die Vertreter unserer Empfehlung folgen werden.“