VR-Bank Neu-Ulm eG – die neue Kraft für unseren Landkreis

Neu-Ulm/Weißenhorn, 5. November 2014

Die Aufsichtsräte der VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn eG und der Volksbank Neu-Ulm eG haben am Montag, 27. Oktober, einer möglichen Fusion der beiden großen Genossenschaftsbanken im Landkreis Neu-Ulm zur neuen VR-Bank Neu-Ulm eG zugestimmt. Rechtskräftig wird diese Fusion aber erst dann, wenn beide Vertreterversammlungen im Mai 2015 mit „Ja“ stimmen. „Das Ergebnis der gemeinsamen Aufsichtsratssitzung war in beiden Häusern einstimmig“, sagte Alois Spiegler, Vorstandssprecher der VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz aller vier Bankvorstände in Neu-Ulm.

 

Bekenntnis zur Filialstruktur

„Die räumliche Nähe, die Übereinstimmung in der Geschäftspolitik, die Einsparmöglichkeiten im Betrieb sowie die Aussicht auf eine gemeinsame, weiterhin qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Neu-Ulm mit kundennahen Beratungsangeboten in der Fläche haben nicht nur uns davon überzeugt, dass dies der richtige Schritt ist. Auch die Aufsichtsräte und die Mitarbeiter, die in dieser Woche in zwei Betriebsversammlungen ausführlich informiert wurden, stehen hinter den Fusionsplänen. In den kommenden Monaten werden wir daran arbeiten, die Vertreter und Kunden von der Richtigkeit dieser Entscheidung zu überzeugen“, führt Alois Spiegler weiter aus. Natürlich gebe es Fragen – sowohl innerhalb der Belegschaft, wie auch bei den Kunden,  „aber die arbeiten wir nach und nach ab“.

 

Mitarbeiter und Vertreter vorab informiert

Sowohl die Mitarbeiter wie auch die Vertreter wurden über den Fahrplan zur Fusion vor kurzem informiert. Einzelne Themen werden aber zum Teil erst nach dem erfolgreichen Zusammenschluss angegangen. „Uns ist an einem ruhigen Übergang gelegen. Wir sind nicht börsennotiert und wir fusionieren aus der Stärke heraus. Hektik ist deshalb nicht angebracht“, so Spiegler.

 

Arbeitsplatzgarantie

Während natürlich noch viele Prozesse gemeinsam abgestimmt werden müssen, ist die wichtigste Nachricht für die Mitarbeiter bereits beschlossene Sache: „Niemand wird aufgrund der Fusion seinen Arbeitsplatz verlieren“, sagte der im Fusionsprozess für den Bereich Personal verantwortliche Vorstand Dr. Wolfgang Seel. Beendigungskündigungen sollen im Zuge des Zusammenschlusses ausgeschlossen werden. „Beide Banken wollen gemeinsam weiter wachsen und Marktanteile gewinnen“, so Dr. Seel. „Außerdem kommen vonseiten der Aufsichtsbehörden weitere Herkules-Aufgaben auf uns zu. Wir brauchen in den kommenden Jahren jede Frau und jeden Mann, um die Aufgaben trotz der demografischen Veränderungen sowie der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt bewältigen zu können. Die neue Bank ist ein attraktiver, sicherer Arbeitgeber und gut gerüstet, den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.“

 

Der künftige Vorstand der VR-Bank Neu-Ulm eG (von links): Werner Deubel, Dr. Wolfgang Seel, Alois Spiegler und Steffen Fromm

 

Groß, aber kein „Riese“

Wenn die Vertreter beider Banken im Rahmen ihrer Versammlungen im Mai 2015 den Fusionsplänen zustimmen, entsteht mit der VR-Bank Neu-Ulm eG die mit Abstand größte Genossenschaftsbank im Landkreis Neu-Ulm und mit einer Bilanzsumme von dann etwa 1,4 Milliarden Euro das fünftgrößte Institut im Genossenschaftsverband Schwaben. Die vier künftigen Vorstände – zwei kommen jeweils aus Neu-Ulm und aus Weißenhorn – Alois Spiegler, Werner Deubel, Dr. Wolfgang Seel und Steffen Fromm sind dann für 350 Mitarbeiter, 21 Geschäftsstellen und Kundenanlagen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro verantwortlich. Von einem „Riesen“ oder anderen, im Zuge der Bekanntgabe der Fusion, kolportierten Begriffen distanzierten sich die Vorstände im Pressegespräch aber deutlich. „Mit 1,4 Milliarden Euro Bilanzsumme sind wir dreiviertel so groß wie die Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen, eine Milliarde Euro kleiner als die Volksbank Ulm-Biberach eG und nur ein Viertel so groß wie die Sparkasse Ulm“, so Alois Spiegler. „Wenn wir weiterhin auf Augenhöhe mit unseren Wettbewerbern agieren und in kommenden Fusionsprozessen unsere Geschäftspolitik durchsetzen wollen, müssen wir uns jetzt zusammenschließen. Diese Fusion bedeutet langfristig wettbewerbsfähige Konditionen für die Kunden und attraktive Arbeitsplätze für die Mitarbeiter.“ Diese Aussicht, so Spiegler, ist jede Anstrengung wert.

 

Für die Kunden bleibt fast alles wie es ist

Technisch gesehen, streben beide Banken eine Fusion für Ende 2015 an. „Vorher ändert sich für die Kunden auf jeden Fall nichts. Und selbst hinterher wird sich außer der Bankleitzahl – welche der beiden bleiben wird, ist noch nicht entschieden – wenig ändern“, so Neu-Ulms Vorstand Werner Deubel, der angekündigt hat, im Falle der Zustimmung zur Fusion zu Beginn des Jahres 2016 in den Ruhestand zu gehen. „Für mich persönlich wäre diese überaus sinnvolle und Landkreis-vereinende Fusion ein geglücktes Ende meiner langen Zeit als Vorstand. Ich hinterlasse meinen Kollegen und den Mitarbeitern dann ein gut bestelltes, starkes Haus, das im anhaltenden Fusionsdruck kommender Jahrzehnte eine maßgebliche Rolle spielen wird.“

 

Fusion auf Augenhöhe

Deubels Vorstandskollege Steffen Fromm verwies darauf, dass die Fusionsprozesse trotz der unterschiedlichen Betriebsgrößen – die VR-Bank Neu-Ulm/Weißenhorn ist mit 856 Millionen Euro Bilanzsumme rein technisch gesehen das übernehmende Institut – auf Augenhöhe verlaufen. „Wir haben ein System erarbeitet, in dem aus beiden Banken die besten Prozesse weitergeführt werden. An manchen Stellen wird es auch völlig neue Herangehensweisen geben, weil die neue Größe neue Herausforderungen mit sich bringen wird.“

 

Betriebswirtschaftlich sinnvoll

Die Folgen der europäischen Niedrigzinspolitik sind für beide Häuser eine zentrale Herausforderungen, da in den kommenden Jahren ein deutlicher Rückgang der Zinsspanne zu erwarten sein wird. „Unsere Motivation“, so Dr. Seel, „ist in diesem Zusammenhang klar: Wir wollen heute aus einer Position der Stärke agieren, anstatt später nur noch reagieren zu können.“ Betriebswirtschaftlich sprechen die Marktchancen, aber auch die Einsparungen, die sich durch den Zusammenschluss ergeben, eine klare Sprache: Das Betriebsergebnis lässt sich zwischen 2015 und 2019 durch Kosteneinsparungen von über einer Million Euro  pro Jahr und einer erwarteten Verbesserung des Provisionsüberschusses laut Dr. Seel stabilisieren: „Beides stärkt unsere Eigenkapitalbasis. Das ist notwendig, damit wir angesichts der geforderten Eigenkapitalrichtlinien durch Basel III auch weiterhin ein starker Finanzierungspartner für Unternehmens- und Privatkunden sein können. Dass es langfristig auch eine bessere Personal- und Sachkostensituation geben wird, ist natürlich ebenfalls Teil der Strategie. Diese Einsparungen ergeben sich aber nicht durch den Wegfall bestehender Arbeitsplätze, sondern durch die geplanten Renteneintritte und die natürliche Fluktuation sowie durch Synergieeffekte, was die Verwaltung in beiden Häusern betrifft.“

 

Bekenntnis zur demokratischen Unternehmensführung

Dass nun die Vertreter das Sagen haben, ist laut Alois Spiegler das deutlichste Zeichen, wodurch sich Genossenschaftsbanken von anderen Instituten unterscheiden. „Seit fast 150 Jahren haben beide Banken durch demokratische Strukturen den heutigen Status in der Gesellschaft erreicht. Der Erfolg unserer Bankengruppe fußt auf dem demokratischen Prinzip: ein Mitglied, eine Stimme. Wären wir eine Privatbank, könnte der Vorstand handeln wie er will, die Hauptversammlung würde nur noch abnicken. Bei uns Genossen ist das anders. Und das ist auch gut so: Die Erfahrungen aus der Finanzkrise haben uns gezeigt, dass in undemokratisch geführten Unternehmen nicht immer die allerbesten Entscheidungen herauskommen.“

 

Informationsveranstaltungen für die Vertreter

Der Gesamtvorstand blickt deshalb zuversichtlich in die Zukunft. „Wir werden die Vertreter, Mitglieder und Kunden von der Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung überzeugen. Wir rechnen mit einer breiten Zustimmung zur Fusion, weil die positiven Argumente deutlich überwiegen“, so Spiegler. Zur näheren Einbindung der Vertreter sind in den kommenden Wochen mehrere Dialogveranstaltungen geplant, in denen die Vorstände beider Banken Rede und Antwort stehen werden.