VR-Bank Neu-Ulm mit stabilem Wachstum im Kundengeschäft und solider Ertragslage

Positive Effekte durch Fusion – zukunftsfähige Ausrichtung in der Region

Neu-Ulm, 23. März 2017

Trotz der erheblichen Belastungen durch die extreme Niedrig­zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und des unver­hältnismäßigen regulatorischen Aufwands kann die VR-Bank Neu-Ulm insgesamt auf ein solides Geschäftsjahr zurückblicken. „Das Jahr 2016 war geprägt von wirtschaftlichen und politischen Her­ausforderungen. Dennoch konnten wir unseren Wachstumskurs fortsetzen und unser Eigenkapital weiter stärken. Wir sind zufrie­den“, erklärte Dr. Wolfgang Seel, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Neu-Ulm, heute Vormittag im Rahmen des jährlichen Bilanz­pressegesprächs. Insgesamt profitierte die größte Genossen­schaftsbank im Landkreis von den positiven Effekten der vorjährigen Fusion. Dennoch werden Änderungen hinsichtlich der Geschäftsstellenstruktur zum 01.07.2017 notwendig. 

Die wichtigsten Geschäftszahlen auf einen Blick:

Geschäftszahlen 2015 2016 + / -
Bilanzsumme 1,530 Mrd. Euro 1,601 Mrd. Euro + 4,6 %
Kundeneinlagen 1,202 Mrd. Euro 1,268 Mrd. Euro + 5,5 %
Kundenforderungen 1,187 Mrd. Euro 1,222 Mrd. Euro + 2,9 %
Zinsüberschuss 37,2 Mio. Euro 33,2 Mio. Euro - 10,8 %
Provisionsüberschuss 9,7 Mio. Euro 9,4 Mio. Euro - 3,1 %
Gesamtbetriebsergebnis 17,0 Mio. Euro 17,7 Mio. Euro + 4,1 %
Jahresüberschuss 2,2 Mio. Euro 2,4 Mio. Euro + 9,1 %
Mitarbeiter
- davon Auszubildende
374
27

356

27

- 18

-

Stabiles Wachstum im Kundengeschäft

Die VR-Bank Neu-Ulm hat im Jahr 2016 ihren Wachstumskurs im Kundengeschäft fortgesetzt. Die Bilanzsumme stieg dabei um 4,6 Pro­zent erstmals auf über 1,6 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen sind um 5,5 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro gewachsen. Die Zunahme der Einlagen­seite im vergangenen Jahr spiegelt das hohe Vertrauen der Kunden in die VR-Bank Neu-Ulm wider. „Einerseits freuen wir uns darüber, andererseits bereitet es uns auch Sorgen“, erklärte Vorstand Alois Spiegler mit Verweis auf die Zinspolitik der EZB. Der VR-Bank fällt es aufgrund der niedrigen Zinsen immer schwerer, mit den Geldern eine angemessene Rendite bei vertretbarem Risiko zu erwirtschaften. So betonte Alois Spiegler, „dass wir den Markt ganz genau im Blick be­halten müssen, um in besonderen Situationen reagieren zu können. Die Gefahr, von Liquidität überschwemmt zu werden, ist aktuell sehr groß.“ Der Bestand an ausgereichten Krediten wurde in 2016 ebenfalls gesteigert: Das betreute Kundenkreditvolumen (bilanzielle Kredite und an Verbundpartner der Genossenschaftlichen Finanzgruppe vermittelte Kredite) erhöhte sich im vergangenen Jahr um 45 Mio. Euro (plus 3,4 Prozent) auf insgesamt 1,38 Mrd. Euro.

Das Gesamtbetriebsergebnis betrug insgesamt 17,7 Millionen Euro und lag mit 1,10 Prozent in Relation zur durchschnittlichen Bilanz­summe (dBS) noch deutlich über dem Verbandsdurchschnitt der Genossenschaftsbanken in Bayern (0,96 Prozent). Die VR-Bank Neu-Ulm weist für das Jahr 2016 einen Jahresüberschuss (Ergebnis nach Bewertung und Steuern) in Höhe von knapp 2,4 Mio. Euro aus. Dieser Anstieg um über 9 Prozent ist vor allem auf die günstige Risikositua­tion, die sorgsame Kostenpolitik und das gute sonstige betriebliche Ergebnis zurückzuführen.

Die niedrige Zinslage verminderte den Zinsüberschuss – den wichtigs­ten Ertragsbringer der Bank – um rund 4 Mio. Euro (10,8 Prozent) auf 33,2 Mio. Euro. Mit etwa 9,4 Mio. Euro wurde dabei nahezu der gleiche Provisionsüberschuss wie im Vorjahr erreicht (9,7 Mio. Euro). Die Per­sonal- und Verwaltungsaufwendungen konnten dagegen – auch auf­grund fusionsbedingter Synergieeffekte – um circa 2,4 Mio. Euro ge­senkt werden. Das Aufwand-/Ertrags-Verhältnis, die sogenannte Cost-Income-Ratio (CIR), betrug im vergangenen Jahr 62,6 Prozent (Vorjahr: 63,3 Prozent). Mit einer aufsichtsrechtlich relevanten Gesamtkapitalquote in Höhe von 16,5 Prozent gehört die VR-Bank Neu-Ulm zu den eigenkapitalstarken Kreditinstituten in der Region.

 

Flächendeckende Finanzversorgung bleibt gesichert

Die Finanzbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch, der auch vor der VR-Bank Neu-Ulm keinen Halt macht. In den vergange­nen Jahren ist eine deutliche Änderung des Kundenverhaltens zu beobachten, welches mit der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft einhergeht. Die anhaltende Zinspolitik der EZB und die zunehmenden regulatorischen Anforderungen sorgen zusätzlich für einen erhöhten Kosten- und Ertragsdruck in allen Bankengruppen. „Es liegt in unserer genossenschaftlichen Verantwortung, sich diesen Ent­wicklungen verantwortungsvoll, aber auch mit Weitsicht zu stellen“, betonte Dr. Wolfgang Seel. Die VR-Bank hat im vergangenen Jahr ihr Geschäftsstellennetz ausführlich analysiert und das Kundenverhalten beobachtet. Hierbei sind viele Kriterien wie beispielsweise die örtliche Lage, die Einwohnerentwicklung, die Erreichbarkeit, die Nähe zu um­liegenden Geschäftsstellen, die Kundenfrequenz sowie die wirtschaftli­chen Faktoren genauer untersucht worden. „Wir mussten feststellen, dass sich die lokale Präsenz vor Ort unter diesen Gesichtspunkten nicht mehr an allen 20 Standorten dauerhaft aufrechterhalten lässt. Die Gremien unserer Bank, Aufsichtsrat und Vorstand, haben daher ge­meinsam die Entscheidung getroffen, die Geschäftsstellen in Atten­hofen, Aufheim, Ay, Biberachzell und Offenhausen zum 30.06.2017 zu schließen“, führte Dr. Wolfgang Seel weiter aus.

„Angesichts der gravierenden Veränderungen und der gleichzeitig stark wachsenden Nutzung der digitalen Kanäle wollen wir auch in Zu­kunft die innovative und leistungsstarke Genossenschaftsbank in der Region sein“, erklärte Vorstand Steffen Fromm. Dabei habe sich die VR-Bank Neu-Ulm ausgiebig mit den erforderlichen Maßnahmen befasst und ein zukunftssicheres Konzept für ihre Mitglieder und Kunden ausgearbeitet.

Die Mitglieder und Kunden der fünf schließenden Geschäftsstellen in Attenhofen, Aufheim, Ay, Biberachzell und Offenhausen werden ab Juli von den naheliegenden größeren Beratungszentren in Weißenhorn, Senden und Pfuhl aus betreut. „Die betroffenen Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter werden die dortigen Service- und Beratungsteams verstärken. Dadurch bauen wir die zentralen Standorte personell weiter aus, um die flächendeckende Finanzversorgung auch in Zukunft zu sichern. Die oberste Maßgabe für den Aufsichtsrat und Vorstand war, dass die Änderung unserer Geschäftsstellenstruktur keine betriebsbedingten Kündigungen erforderlich macht“, stellte Dr. Wolfgang Seel heraus.

Mit der neuen Geschäftsstellenstruktur bleibt die VR-Bank nach wie vor nah bei den Kunden. „Wir sind aus allen Ortschaften weiter innerhalb von wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar, auch die öffentliche Verkehrsanbindung ist überall sehr gut“, betonte Alois Spiegler. Die persönliche Betreuung und Genossenschaftliche Beratung bleiben somit in gewohnter Weise erhalten. Ein besonderer Service wird zudem den Kunden in Ay und Aufheim geboten: Sowohl mit der Bäckerei Bayer in Aufheim als auch mit der Bäckerei Dreihäupl in Ay wurde die Vereinbarung getroffen, dass dort die Bargeldabhebung im Rahmen des Einkaufs möglich ist. Die Vertreter der Bank sowie die betroffenen Mitglieder und Kunden wurden in dieser Woche bereits schriftlich über die geplanten Änderungen zum 01.07.2017 informiert.

 

„Digitale Kundennähe“ weiter ausgebaut

Neben der hohen fachlichen Kompetenz und einer leistungsstarken Produkt- und Dienstleistungspalette baut die VR-Bank Neu-Ulm kon­sequent ihr Angebot als moderne Genossenschaftsbank aus. So können Kunden ihre Servicegeschäfte auch bequem per Telefon über das KundenServiceCenter abwickeln und die stetig wachsende Anzahl an Funktionen in der Online-Geschäftsstelle unter www.vrnu.de zur Erledigung ihrer Bankgeschäfte nutzen. Zudem macht die VR-BankingApp das mobile Banking so einfach und sicher wie noch nie – und das völlig unabhängig von Ort und Zeit.

„Sowohl strategisch als auch operativ nimmt der Ausbau der digitalen Angebote und Services in unserem Haus einen besonderen Stellen­wert ein. Wir erfahren von Tag zu Tag, dass unsere Kunden die Online-Kanäle immer stärker nutzen und ihnen die ‚digitale Nähe‘ zu ihrer Bank immer wichtiger wird“, erklärte Alois Spiegler. So bietet die VR-Bank seit Februar dieses Jahres ihren Kunden im Rahmen eines Pilotprojekts mit der R+V Versicherung die Möglichkeit, sich von zu Hause aus per Video beraten zu lassen. Darüber hinaus hat die VR-Bank Neu-Ulm im vergangenen Jahr als erste Genossenschaftsbank in der Region unter vrnu.viele-schaffen-mehr.de eine Crowdfunding-Plattform für Vereine und andere gemeinnützige Einrichtungen einge­führt. Insgesamt sind in den ersten Monaten 29.851 Euro über das innovative „Spendenportal“ zusammengekommen.

Zwei weitere Projekte, die jüngst erfolgreich abgeschlossen wurden, unterstreichen den Innovationskurs der VR-Bank: Mit der neuen sozialen Finanz-App BAY Lendstar zählt sie deutschlandweit zu den Vorreitern unter den Genossenschaftsbanken, indem sie ihren Kunden „das Bezahlen unter Freunden“ schnell und sicher über das Smart­phone ermöglicht. Darüber hinaus bietet die VR-Bank Neu-Ulm seit Kurzem den Besuchern der Geschäftsstellen in Weißenhorn, Pfuhl und Pfaffenhofen die Möglichkeit zur kostenlosen Einwahl in ein WLAN-Netz. Die Ausweitung des Services auf andere Geschäftsstellen ist bereits in Planung.

 

Beständige Kraft in der Region

„Mit den neuen, vielfältigen Herausforderungen wachsen auch die fachlichen sowie methodischen Anforderungen an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärte Dr. Wolfgang Seel. In diesem Zusammenhang legt die VR-Bank Neu-Ulm weiterhin besonderen Wert darauf, ihre Fach- und Führungskräfte selbst auszu­bilden und sie bei ihrer Weiterbildung bestmöglich zu unterstützen, wie Seel betonte. Mit insgesamt 27 Auszubildenden zählt die VR-Bank weiterhin zu den großen Ausbildungsunternehmen in der Region.

Die Gesamt-Mitarbeiterzahl war mit 356 Beschäftigten zum 31.12.2016 gegenüber dem Vorjahr – bedingt durch die natürliche Fluktuation – leicht rückläufig (2015: 374).

Insgesamt über 145.000 Euro hat die VR-Bank Neu-Ulm im vergangenen Jahr an Vereine und soziale Einrichtungen gespendet und dabei über 125 Projekte im Landkreis Neu-Ulm unterstützt. „Uns als regional verwurzeltes Kreditinstitut freut es besonders, dass wir so wichtigen Säulen in unserem Geschäftsgebiet wie beispielsweise den Feuerwehren, Kindergärten, Schulen, Sozialstationen sowie Musik- und Sportvereinen helfen können. Damit fördern wir unmittelbar auch unsere über 32.200 Mitglieder, die von diesen Organisationen profitie­ren oder sich darin engagieren“, betonte Steffen Fromm.

Zugleich trägt die VR-Bank Neu-Ulm als wichtiger Steuerzahler wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region bei. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr über 1,7 Mio. Euro an Gewerbesteuern abgeführt, die direkt den Städten und Gemeinden zu­fließen, in denen die Mitglieder und Kunden der VR-Bank leben.

 

Versicherungsbereich und Vermögensmanagement den Kunden-bedürfnissen angepasst

Die VR-Bank Neu-Ulm macht sich nicht nur in struktureller Hinsicht zukunftsfest, sondern passt auch die bestehenden Vertriebseinheiten den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und Kunden an. „Insbesondere im Versicherungsbereich und im Vermögensmanagement haben wir in den vergangenen Monaten größere Veränderungen vorgenommen, um unsere Beratungs- und Servicequalität noch weiter zu erhöhen“, führte Alois Spiegler im Rahmen des Bilanzpressegesprächs näher aus. Zum einen wurde der Versicherungsservice der VR-Bank mit der Bildung eines zentralen Service- und Beratungsteams in der Geschäftsstelle Thalfingen spezialisiert. Neben weiteren organisatorischen Maßnah­men wurde auch eine einheitliche Service- und Schadenshotline unter der Nummer 0731 97003-3333 eingerichtet.

Zum anderen hat die VR-Bank Neu-Ulm ihr Vermögensmanagement für Unternehmer und vermögende Privatkunden durch die engere Zusammenarbeit mit dem Verbundpartner DZ Privatbank weiter aus­gebaut. Das Leistungsangebot reicht dabei von der umfassenden strategischen Vermögensverwaltung und -strukturierung über die Finanz- und Vorsorgeplanung bis hin zu speziellen Leistungen wie bei­spielsweise das Immobilien- und Stiftungsmanagement oder individuellen Versicherungslösungen. Der Geschäftsbereich „VR-PrivateBanking“ mit insgesamt 14 Beraterinnen und Beratern wird von Frank Brandl geleitet.

 

Bauprojekte in Weißenhorn und Neu-Ulm

Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes in Weißenhorn läuft trotz des kalten Januars weiter planmäßig. Vergangene Woche wurde mit den Rohbauarbeiten begonnen. Das neue Gebäude, in dem rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig ihren Platz haben werden, soll wie geplant im ersten Quartal 2018 fertiggestellt werden.

Dagegen verzögern sich die Bauarbeiten am Ärzte- und Bürogebäude in der Marienstraße in Neu-Ulm. Nachdem bauliche Mängel an der Außenseite des Gebäudes festgestellt wurden, müssen diese erst be­hoben werden, bevor die neue Fassade angebracht werden kann. Die räumliche Erweiterung des gesamten Gebäudes läuft derzeit auf Hochtouren. Die VR-Bank wird voraussichtlich im Frühsommer mit den Umbaumaßnahmen im Erdgeschoß, wo sie eine moderne Zukunftsfiliale einrichten wird, beginnen. Die Wiedereröffnung der Geschäftsstelle Marienstraße ist in der zweiten Jahreshälfte geplant.

Hinsichtlich der Planungen des Bankgebäudes in der Ludwigstraße, dem Sitz der Genossenschaft, ist laut dem Vorstandsteam der VR-Bank keine Eile geboten. „Für uns haben vorerst die beiden laufenden Bauprojekte absolute Priorität. Dort sind derzeit auch unsere ganzen Kapazitäten gebunden“, bat Steffen Fromm weiterhin um Geduld und fügte hinzu: „Wir werden uns zu gegebener Zeit, sobald auch die städtebaulichen Überlegungen in der Ludwigstraße konkreter sind, näher mit dem Thema beschäftigen.“

 

Das Vorstandsteam der VR-Bank Neu-Ulm (von links) Steffen Fromm, Alois Spiegler und Dr. Wolfgang Seel (Vorsitzender).